Meilenstein in der COMPLETE-NSTEMI-Studie: 1.000. Patient eingeschlossen – Forschung für eine bessere Herzversorgung
Die Leipzig Heart Science gGmbH hat einen bedeutenden Fortschritt in ihrer länderübergreifenden Herzstudie erreicht: In der COMPLETE-NSTEMI-Studie wurde an der Universitätsmedizin Mannheim erfolgreich der 1.000. Patient in die laufende Studie aufgenommen.
Dieser Meilenstein bringt die Forschung einen entscheidenden Schritt näher an die Beantwortung einer zentralen medizinischen Frage: Welche Behandlungsstrategie ist für Patientinnen und Patienten mit einem Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt (NSTEMI) und einer sogenannten Mehrgefäßerkrankung die beste?
Was ist ein NSTEMI und warum ist diese Studie so wichtig?
Ein NSTEMI ist eine Form des Herzinfarkts. Dieser entsteht, wenn ein Herzkranzgefäß plötzlich stark verengt oder verschlossen wird und dadurch der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Auch wenn sich dieser Infarkt im EKG anders zeigt als ein „klassischer“ Herzinfarkt (STEMI), handelt es sich um eine ernsthafte und behandlungsbedürftige Erkrankung.
Viele Betroffene leiden zusätzlich an einer Mehrgefäßerkrankung. Das bedeutet: Nicht nur ein Gefäß, sondern mehrere Herzkranzgefäße sind durch Arteriosklerose, Ablagerungen in den Gefäßen, verengt. Diese Patientinnen und Patienten haben ein erhöhtes Risiko für weitere Herzinfarkte oder andere Komplikationen. Hier setzt die COMPLETE-NSTEMI-Studie an.
Zwei Strategien - eine entscheidende Frage
Nach einem NSTEMI wird in der Regel eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt. Dabei können verengte Gefäße mit einem Ballon erweitert und durch einen Stent – eine kleine Gefäßstütze – offengehalten werden. Dieser Vorgang wird als Revaskularisation bezeichnet, also als Wiederherstellung der Durchblutung.
Bei Patientinnen und Patienten mit Mehrgefäßerkrankung gibt es zwei mögliche Behandlungsansätze:
- Behandlung nur des akut verschlossenen Gefäßes (Culprit-only-Strategie)
- Behandlung aller relevanten Verengungen (komplette Revaskularisation), entweder sofort oder in einem späteren geplanten Eingriff
Welche dieser Strategien langfristig zu weniger Folgeinfarkten, weniger Krankenhausaufenthalten und einer besseren Überlebensrate führt, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Ziel der COMPLETE-NSTEMI-Studie ist es, hier eine wissenschaftlich fundierte Antwort zu liefern und damit die zukünftige Behandlung von Herzinfarktpatientinnen und -patienten nachhaltig zu verbessern.
Gemeinnützige Forschung für eine bessere Herzgesundheit
In die Studie werden rund 3.390 Patientinnen und Patienten an etwa 70 Kliniken in Deutschland und Österreich eingeschlossen. Klinische Studien dieser Größenordnung sind nur möglich, wenn medizinische Expertise, strukturierte Organisation und das Vertrauen der Patientinnen und Patienten ineinandergreifen.
Jede einzelne Studienteilnahme trägt dazu bei, die Behandlung künftiger Herzinfarktpatientinnen und -patienten weiterzuentwickeln und die Versorgung evidenzbasiert zu verbessern.
Weitere Kliniken und Patienten gesucht
Die Studie läuft weiterhin. Mit jeder weiteren Studienteilnahme wächst die Aussagekraft der Ergebnisse und damit die Chance, die Therapie von Herzinfarkten entscheidend zu optimieren.
Weitere Informationen zur COMPLETE-NSTEMI-Studie sowie Kontaktdaten für Interessierte finden Sie auf der Studienseite.

