28. November 2025

PREDICT – Neue Wege in der Herzinfarkt-Versorgung gestartet

Am 3. November 2025 fiel beim Kick-off-Meeting der offizielle Startschuss für das Projekt PREDICT. 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Rettungsdienst, Medizin, Wissenschaft, Politik und der Krankenkassen kamen zusammen, um den gemeinsamen Weg zu einer effizienteren und modernen Herznotfallversorgung zu ebnen. PREDICT steht beispielhaft für eine zukunftsorientierte, digital unterstützte Medizin, die Patientensicherheit und Versorgungsqualität vereint.

Bei Brustschmerz zählt jede Minute, doch viele Patientinnen und Patienten, die mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Notaufnahme kommen, haben am Ende keine lebensbedrohliche Erkrankung. Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt PREDICT möchte hier ansetzen und die Notfallversorgung effizienter gestalten. Ziel ist es, schon vor Ort im Rettungswagen besser zu entscheiden, wer wirklich ins Krankenhaus muss, und wer sicher ambulant weiterbehandelt werden kann.

Herzstück der neuen Behandlung ist ein hochsensitiver Schnelltest zur Bestimmung des Herzmarkers Troponin und der „ACS-Pathfinder“, eine neue, webbasierte Anwendung, die klinische Daten, EKG-Befunde und den Troponin-Wert kombiniert, um das Risiko für einen Herzinfarkt zu berechnen. So unterstützt sie das Rettungsteam künftig bei der Einschätzung, ob tatsächlich ein Herzinfarkt vorliegen könnte. So können Patientinnen und Patienten schneller an die richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem vermittelt und ggf. unnötige Einweisungen vermieden werden.

Das Projekt PREDICT umfasst zwei Studien mit insgesamt rund 3.000 Teilnehmenden an 30 Standorten in Deutschland. Zunächst werden in einer Kalibrierungsstudie, mit rund 300 Patientinnen, die Studienabläufe erprobt und der digitale Entscheidungsassistent „ACS-Pathfinder“ an die Bedingungen des Rettungsdienstes angepasst. In der anschließenden Hauptstudie wird untersucht, ob durch den Troponin-Schnelltest am Einsatzort und den Einsatz des Entscheidungsassistenten unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden werden können, ohne die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu gefährden.

Koordiniert wird PREDICT von der gemeinnützigen Leipziger Heart Science gGmbH unter Leitung von Prof. Holger Thiele, gemeinsam mit Partnern aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Klinik für Kardiologie und dem Institut für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung), dem Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, der Stiftung Institut für Herzinfarktforschung, der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.V., dem Wissenschaftlichen Institut der AOK Bundesverband (WIDO) und der Deutschen Herzstiftung.